Zeitschiene zur Aufhellung der Schuldfrage


[ Wiederaufbau Paulinerkirche Leipzig ]


Geschrieben von Reinhard Krüger am 16. März 2004 08:15:12:

Zeitschiene zur Aufhellung der Schuldfrage der Akteure der Kirchensprengung

Beschluß des Politbüros der SED vom 30. Juni 1959

"...Das Universitätshauptgebäude wird in seiner Substanz erhalten und vor weiterem Verfall geschützt. Es wird wieder Universitätszwecken zugeführt.
Die an das Augusteum anschließende Universitätskirche ist auf einen rückwärtigen Standort zu versetzen, um auch die Westseite des Karl-Marx-Platzes durch die Bebauung des alten Standortes einheitlich zu gestalten..."

Beschluß Nr. 233 des Rates der Stadt vom 24. September 1959

legte fest, ...für die Westseite die Sicherung des teilzerstörten Universitätsgebäudes (Baujahr 1961, Aufwand 2,0 Mio DM, Innenausbau nach 1966)...

Protokoll einer Sitzung der SED-Bezirksleitung vom 30. Oktober 1959

Zum Beleg dafür, daß die SED-Leitung zunächst den Wiederaufbau des teilzerstörten Augusteums wollte, die Universitätsspitze aber nicht, zitiere ich aus dem Protokoll der Sitzung der SED-Bezirksleitung vom 30. Oktober 1959, in der die Parteispitze den Verwaltungsdirektor der Karl-Marx-Universität, Hubert Jusek, des parteiwidrigen Verhaltens beschuldigte (BDS-Archiv Leipzig, IV 2/3/255):
»Genosse Heckert
Den Genossen der Universität ist nicht unbekannt, daß sich das Politbüro, der Parteitag, die BL und die Stadtorganisation seit Jahren mit den Fragen des Aufbaus des Zentrums befassen ...Trotzdem sind weder an die BL noch an die Stadtleitung Vorschläge gemacht worden.
Genosse Jusek:
Wir müssen endlich die Zersplitterung der Universität beseitigen. Wir hatten aus diesem Grund eine Faustskizze entwickelt über die Bebauung des Karl-Marx-Platzes. Das ist verworfen worden. Wobei es keine architektonische Gestaltung war. Mir ist weder von einem Beschluß der BL bekannt gewesen, mir ist auch nichts bekannt gewesen von einem Beschluß des Politbüros.
Genosse Heckert:
Als der Stadtarchitekt Lucas nicht fertig wurde, hat uns das Politbüro gefragt: Was passiert denn in Leipzig. Lucas hat gesagt, daß er mit der Universität nicht zurecht kommt. Die 550-Jahr-Feier habt Ihr vorbereitet, aber interessiert ward Ihr nicht am Augusteum! Gerade in dieser Hinsicht hat Genosse Walter Ulbricht die Fragen des Rektors Georg Mayer charakterisiert. Eine der ältesten Universitäten muß als Universität in ihrem historischen Stil erhalten bleiben. Sie wird den Stil erhalten, den Genosse Walter Ulbricht dargelegt hat. Bloß die Universität ist hier vorbeigegangen.
Genosse Jusek:
Das Kernproblem läuft da hinaus, daß die Universität dazu kommen muß, ein einigermaßen geschlossenes Gebiet zu haben. Wir haben der Stadt eine ganze Reihe Vorschläge unterbreitet ... wir können nicht im alten Stil bauen, d.h. ein Teil der Universität ... muß weg.
Genosse Wetzel:
Was Du jetzt sagst, Genosse Jusek, steht im Widerspruch zu Deiner eigenen Kenntnis. Ausgehend vom Augusteum gab es Aussprachen in der Vorbereitung des Politbürobeschlusses zwischen Dir und mir und dem Rektor, und auch Genossen der Stadt und der Verwaltung waren dabei. Es wurde klar aufgezeigt, daß das Augusteum erhalten bleibt. Im Anschluß an die Beschlußfassung wurde dieser erläutert, und die Genossen der Parteileitung erklärten, es gibt überhaupt keine Diskussion um den Beschluß des Politbüros. Es gibt nur noch eins, den Beschluß des Politbüros durchzusetzen.
Eine zweite Frage, die Frage der Einheitlichkeit der Universität oder Zweiteilung. Das Zentrum, wie es aufgebaut wird, da kann nur eine Zweiteilung herauskommen. Jetzt erfahren wir, daß Ihr wieder auftretet mit der Einheit der Universität. Aber da waren wir in der Diskussion im September bereits darüber hinweg.
Genosse Beyer:
Auch wenn Sie das Gelände bekommen hätten, wäre die Universität geteilt worden. Du bekommst nicht alles zusammen.
Genosse Heckert:
Genosse Walter Ulbricht hat gesagt, das ist Utopie.
Genosse Lauter:
Bleibt noch ein Problem prinzipieller Natur ... und zwar das, daß bei einer Reihe kein richtiges Verhältnis zu Beschlüssen der Partei vorhanden ist. Was mich persönlich berührt ist das, daß die Genossen so mir nichts dir nichts auf eine solche alte Tradition verzichten wollen.
Genosse Heckert:
Ich denke, das ist ein unmöglicher Zustand, daß sich Genossen der Verwaltung der Universität aufspielen und zum Sachwalter der Interessen der Universität gegen die Partei machen. Die Parteileitung wird beauftragt, sich mit dem Verhalten des Genossen Jusek zu befassen.
...
Genosse Wetzel:
Wir haben diskutiert, daß wir in das Augusteum unter Umständen die Verwaltung legen. Da ist der Rektor noch aufgestanden und hat gesagt, ich will nicht in ein so repräsentatives Gebäude.
Genosse Heckert:
Genosse Jusek, ...Du mußt Deine Einstellung zum Beschluß ändern.
Genosse Jusek:
Ich bin kein Kämpfer gegen die Partei.
Genosse Heckert:
Wir haben Dich geladen, damit Du in der Sprache der Partei die ganze Konsequenz kennenlernst.
Genosse Schwalbe:
Solange der Beschluß existiert, ist er für Sie verbindlich, deshalb habe ich das Büro informiert.«

Nachdem es dann der Universität aber gelungen war, eine Aufhebung des Beschlusses des Politbüros zu erreichen, wurde die Sprengung von Augusteum und Universitätskirche mit dem gesamten bekannten ideologischen Repertoire verteidigt, und auf einmal war der ein Staatsfeind, der das vertrat, was das Politbüro 1959 beschlossen hatte. Das ist ein Musterbeispiel für George Orwell in „Farm der Tiere“: „Vier Beine gut, zwei Beine schlecht“, sagten die Schweine, als sie zur Macht gekommen waren. Als die Schweine gelernt hatten auf zwei Beinen zu gehen, änderte sich die Losung über Nacht in: „Vier Beine gut, zwei Beine besser“.

Dazu eine persönliche Erinnerung:
Als Leipziger Student bekam ich mit, daß die SED zunächst das Augusteum erhalten und die Universitätskirche als historisch wertvoll zurückversetzen wollte. Als ich 1968 drei Tage vor der Sprengung vor der Kirche festgenommen wurde, verteidigte ich mich in den Verhören der politischen Kriminalpolizei mit dem Hinweis auf diese früheren Pläne. Als ich später 23 Monate von der Stasi wegen meines Eintretens für die Universitätskirche in Untersuchungshaft verhört wurde, verteidigte ich mich ebenfalls mit Bezug auf diese frühere offizielle Meinung. Und in meinem Strafverfahren 1972 bestritten der Staatsanwalt und der Oberrichter meine Verteidigung, daß es früher solche offiziellen Pläne zum Erhalt von Augusteum und Universitätskirche gegeben habe. Für mich ist Orwell erlebte Wirklichkeit.

Dr. Dietrich Koch

Bericht des Rates der Stadt über die Erfüllung der Beschlüsse zum Aufbau der Innenstadt vom 17. November 1960

"...Der Beschluß Nr. 233 [des Rates der Stadt vom 24. September 1959] legte fest, ...für die Westseite die Sicherung des teilzerstörten Universitätsgebäudes (Baujahr 1961, Aufwand 2,0 Mio DM, Innenausbau nach 1966)...
Außerdem ergaben mehrfache Verhandlungen mit der Karl-Marx-Universität, daß der Wiederausbau des teilzerstörten Universitätshauptgebäudes keine zweckmäßige, wirtschaftliche und ausreichende Lösung ihrer Raumbedürfnisse bringt. Sie schlug vor, ihr die gesamte Fläche zwischen Karl-Marx-Platz und Universitätsstraße zur Errichtung eines neuen großzügigen, in die Architektur des sozialistischen Platzensembles eingefügten Universitätskomplexes zur Verfügung zu stellen, das heißt, den jetzigen Bestand an Bauten einschl. der Universitätskirche abzubrechen..."

Januar 1964: Maßnahmeplan der Bezirksleitung der SED (Prof. Hans Lauter)

zur Arbeit mit der Argumentation betreffs Neuaufbau der Westseite des Karl-Marx-Platzes


15. Tagung der Stadtverordnetenversammlung Leipzig am 23. 5.1968

Mach mit für Dein Leipzig, das Dir am Herzen liegt!

Auszug aus der Rede des Oberbürgermeisters Walter Kresse auf der 15. Tagung der Stadtverordnetenversammlung am 23. 5.1968

Die Neugestaltung des Stadtzentrums der Stadt Leipzig tritt in ihre entscheidende Phase: Das politisch-kulturelle Zentrum, der Karl-Marx-Platz, erhält seine endgültige Gestaltung als beherrschende Dominante unserer Messestadt.
Dieser krönende Schritt, der jetzt getan wird, ist von allen Bürgern Leipzigs lang ersehnt und erfüllt die Arbeiter, die Intelligenz, die Handwerker, die Jugend und alle Werktätigen mit Freude und Stolz.
Diese Gestaltung des Karl-Marx-Platzes ist die fünfte in der Geschichte Leipzigs.
Der Karl-Marx-Platz wurde fast hundertprozentig ein Opfer des ruchlosen imperialistischen Krieges. Skrupellos und auf barbarische Weise wurden die Arbeit vieler Generationen und die dadurch geschaffenen kulturellen Werte in wenigen Stunden vernichtet.
Unserer sozialistischen Gesellschaftsordnung ist es vorbehalten, den Platz völlig neu zu gestalten. Dabei haben wir den Mut, mit Kühnheit und hoher Verantwortung für unsere sozialistische Gegenwart und Zukunft dieses gigantische Aufbauwerk zu vollenden.
Wir werden als Abschluß der Bebauung des Karl-Marx-Platzes auf universitätseigenem Gelände einen neuen zentralen Komplex der Karl-Marx-Universität als Stätte der Forschung, Lehre, Aus- und Weiterbildung errichten.
Damit wird der Karl-Marx-Platz gleichzeitig zu einem Zentrum der Wissenschaften, des Zusammenwirkens von Theorie und Praxis, des technischen Fortschritts und durch Kongresse und wissenschaftliche Symposien zu einem nationalen und internationalen Treffpunkt.
Die Raumbestimmung der Karl-Marx-Universität erfolgt im Zusammenhang mit der Hochschulreform und mit der sich daraus ergebenden Profilierung der Wissenszweige nach Sektionen.
Gebaut wird ein Hauptgebäude mit modernsten Ausbildungseinrichtungen, in dessen Erdgeschoßzonengestaltung eine besonders wirkungsvolle Kommunikation von studentischer Jugend und Arbeiterklasse, lernende und sich qualifizierende Bürger, und durch Ausstellungen und andere neue Formen der Gestaltung eine enge Anteilnahme an den Leistungen der Karl-Marx-Universität ermöglicht wird.
Weiter entsteht ein Universitätshochhaus mit einer Höhe von 140 m, ein monumentaler Bau, der Schönheit und künstlerisch-architektonische Aussage in sich vereinigt. Er wird Sektionen und die Universitätsbibliothek aufnehmen.
In den Grüngürtel der Südseite des Karl-Marx-Platzes fügt sich das Auditorium maximum als ein interessanter ingenieurtechnischer Bau ein, der mit den anderen Gebäuden eine architektonische Einheit bildet. An diese hervorragende Platzgestaltung schließen sich weitere Ausbildungsstätten – Hörsäle, Seminarräume – und die Mensa an, die funktionell und gestalterisch das zentrale Ensemble der Karl-Marx-Universität darstellen.
Der neue Universitätskomplex, in dem über 7000 Wissenschaftler und Studenten wirken und wo im Sinne der Hochschulreform von der Prognose der Wissenschaften ausgehende neu zu bildende Sektionen und Wissenschaftsdisziplinen aufgenommen werden, verkörpert in einem hohen Maße das geistige Antlitz unserer sozialistischen Gesellschaftsordnung und steht in einem engen Bezug zu dem Namen, der weitsichtig, als sich die Trümmerberge noch türmten, diesem Platz gegeben wurde: Karl-Marx-Platz.
Das neue Ensemble der Karl-Marx-Universität ist Ausdruck der Macht der Arbeiterklasse und ihrer Verbündeten, der beispielhaften Entwicklung der Wissenschaft zu einer Hauptproduktivkraft und einer im Herzen des Volkes verankerten Stätte der Forschung, Lehre, Aus- und Weiterbildung, und des gesellschaftlich-geistigen Fortschritts, wie sie einzig und allein unter sozialistischen Gesellschaftsbedingungen möglich sind.
Die überragende Bedeutung besteht auch darin, daß es sich um den ersten Neubau eines zentralen Universitätskomplexes unserer Republik, also einer sozialistischen Universität an traditionsreicher Stätte handelt.
Die Städtebauer und Architekten haben den ihnen erteilten gesellschaftlichen Auftrag hervorragend gelöst. Alte bisherigen Vorstellungen wurden weit übertroffen.
In überzeugender Weise wird damit Realität, was in das Kulturideal der gebildeten sozialistischen Nation mit hervorragenden geistigen, philosophischen und künstlerischen Leistungen an Großem und Bedeutendem Eingang gefunden hat und durch kulturelle Errungenschaften der Deutschen Demokratischen Republik täglich stärker bewiesen wird.
Unsere sozialistische Menschengemeinschaft kündet von ihrer glücklichen Zukunft, von ihrer Verantwortung und Bereitschaft, im Geiste des sozialistischen Internationalismus und des kulturhistorischen Fortschritts der Menschheit alles in ihren Kräften Stehende für den realen Humanismus und den Frieden zu leisten, von Schöpfertum und von einem sinnerfüllten Leben.
Unser Stadtzentrum wird heute schöner denn je – für alle sichtbar – aufgebaut, und es ist geradezu eine logische Konsequenz, daß mit dem Aufbau einer neuen Universität auch ein städtebaulich-architektonischer Höhepunkt erreicht wird.
Die Gesamtgestaltung mit dem Opernhaus am Karl-Marx-Platz, dem Gebäude des Hauptpostamtes und dem Hotel „Deutschland“ sowie den übrigen Neubauten gibt diesem Platz seine inhaltliche und künstlerische Repräsentanz.
Von hier führt der Weg in das schöne, historisch gewachsene Stadtzentrum Leipzigs, das um viele Neubauten von Wohn-, Betriebs- und Geschäftskomplexen bereichert wurde. Von hier wird der Weg über den noch zu gestaltenden Bayrischen Platz über die Straße des 18. Oktober zur Technischen Messe führen und den Charakter der neuen Messemagistrale bestimmen.
Die Neubauten, insbesondere die in den nächsten Jahren entstehenden Hochhäuser am Ring, werden harmonisch mit der Gestaltung des Karl-Marx-Platzes abgestimmt.
Was sich viele Bürger vor Jahren nur schwer vorstellen konnten, ist heute greifbare Realität und spricht von Schönheit, Zweckmäßigkeit und zukunftsträchtiger Perspektive.
Solche grundsätzlichen Überlegungen und Ideen bestimmen den Maßstab für den notwendigen Abbruch der Altbausubstanz.
Der Stadt der Arbeiter und aller Werktätigen betrachtet es, wie stets, als seine Pflicht gegenüber historischen und kulturellen Leistungen der Vergangenheit, kulturhistorisch wertvolle Schätze zu bergen, zu pflegen und in neuer Umgebung der Öffentlichkeit zugänglich zu machen.
Wer tiefer über diese Zusammenhänge nachdenkt, wird sie verstehen und zur eindeutigen Ausgangsbasis für sein Verhalten machen.
Überzeugender Beweis in unserer Stadt sind dafür der Wiederaufbau des Alten Rathauses, der Alten Waage, der Alten Handelsbörse, für deren Erhaltung, Rekonstruktion und Wiederaufbau viele Millionen Mark ausgegeben wurden, sowie die umfangreichen Restaurationen der Thomaskirche, der Russischen Kirche, der Neuaufbau der Wehrkirche in Thekla, die von ruchlosen imperialistischen Agenten in Brand gesetzt wurde, und solcher bedeutender Gebäude der Stadt Leipzig wie des Romanushauses und der Gaststätte „Kaffeebaum“.
Alle Untersuchungen für die endgültige Gestaltung des Karl-Marx-Platzes wurden verantwortungsbewußt durchgeführt und besagen, daß eine völlige Neugestaltung aus strukturell-funktionellen, aus städtebaulich-architektonischen und Raumgründen erforderlich ist.
Zum Wettbewerb zur endgültigen Gestaltung des Karl-Marx-Platzes waren namhafte und erfolgreiche Kollektive von Städtebauern, Architekten, Ingenieuren und bildenden Künstlern der Republik aufgefordert, die entsprechend der Ausschreibung dem Rat der Stadt ihre Vorschläge unterbreiteten. Die vorliegende Gestaltung basiert auf diesem Ideenwettbewerb.
Der Rat der Stadt bittet die Stadtverordnetenversammlung, dem vorliegenden Beschlußentwurf über den weiteren Aufbau des Stadtzentrums und des Karl-Marx-Platzes, der in hoher Verantwortung gegenüber der Bevölkerung unserer Stadt, gegenüber der Kultur und den historischen Leistungen einer wechselvollen Geschichte, vom Standpunkt der Bejahung einer glücklichen und schönen Zukunft unserer Menschengemeinschaft beschlossen wurde, ihre Zustimmung zu geben.
Bereits zum 20. Jahrestag der Gründung unserer Republik wird sich das Stadtbild sichtbar verändert haben.
In wenigen Jahren wird die Stadt Leipzig über einen bedeutsamen Universitätskomplex verfügen, wie er in dieser Form im Herzen einer Stadt nur selten zu finden ist.
Die Vorteile, die sich hieraus für die Entwicklung unseres Bildungswesens, die Entwicklung der Wissenschaft und unseres gesamten gesellschaftlichen und geistigen Lebens ergeben, einschließlich der wachsenden Bedeutung Leipzigs als ein Zentrum der Kongresse und internationalen Veranstaltungen, werden uns allen zugute kommen.
Wir erneuern den Appell der 13. Tagung der Stadtverordnetenversammlung an alle unsere Bürger, unter der Losung „Mach mit für Dein Leipzig, das Dir am Herzen liegt“ gemeinschaftlich zu denken, zu arbeiten und zu handeln. Leipzig wird schöner als es je war!

Karl-Marx-Platz
Entwurfsbearbeitung:
Die städtebaulich-architektonische und bildkünstlerische Konzeption entstand in Auswertung des Wettbewerbs zur Gestaltung des politisch-kulturellen Zentrums der Stadt Leipzig. Am Wettbewerb beteiligten sich Architekten und bildende Künstler aus Berlin, Dresden, Rostock, Karl-Marx-Stadt und Leipzig.
In der Ausschreibung wurden Untersuchungen, welche der Rat der Stadt Leipzig, die Universität und der Projektant VEB Leipzig-Projekt seit mehreren Jahren durchgeführt haben, sowie die sich daraus ergebenden Empfehlungen besonders beachtet.
Baudurchführung: 1968 bis 1973
Entwurfs- und Bearbeiterkollektive:
Gesamtleitung:
Prof. Hermann Henselmann, Architekt BDA, Chefarchitekt der Experimentalwerkstatt der Deutschen Bauakademie, Institut für Städtebau und Architektur, Berlin
Dr.-Ing. Horst Siegel, Architekt BDA, Chefarchitekt der Stadt Leipzig
Bearbeiterkollektive:
Kollektiv Büro des Chefarchitekten der Stadt Leipzig
Leitung: Dipl.-Ing. Ambros G. Gross, Architekt BDA, Stellvertreter des Chefarchitekten für den Bereich Stadtzentrum
Kollektiv Wohn- und Gesellschaftsbaukombinat der Stadt Leipzig
Leitung: Bau-Ing. Helmut Ullmann, Architekt BDA, Leiter des Projektierungskollektivs Karl-Marx-Platz
Kollektiv Deutsche Bauakademie Berlin, Institut für Städtebau und Architektur, Experimentalwerkstatt
Leitung: Dipl.-Ing. Karl Sommerer, Architekt BDA, Stellvertreter des Chefarchitekten der Experimentalwerkstatt
Kollektiv Karl-Marx-Universität Leipzig
Leitung: Prof. Dr. phil. habil. Manfred Kossok, Prorektor für Gesellschaftswissenschaften
Kollektiv Hauptplanträger Stadtzentrum Leipzig
Leitung: Dipl. oec. Rudolf Klatte und Dipl.-Ing. Hans-Hermann Oehring, Architekt BDA
Der Zentrale Komplex der Karl-Marx-Universität wird über eine Ausbildungskapazität für 5200 Studenten verfügen. Er nimmt gleichzeitig zentrale Einrichtungen der Universität für eine Gesamtkapazität von 9000 Studenten auf.
Im einzelnen werden die Objekte entsprechend den Erfordernissen der Hochschulreform belegt. Es werden gebaut:
- eine Hochhausdominante als markantes Wahrzeichen des Ensembles und der Stadt für die Sektionen und Bibliotheken
- ein Hauptgebäude an der Westseite des Karl-Marx-Platzes für die Sektionen, u. a. für Rechentechnik und das Rektorat
- ein Auditorium maximum mit 1200 Plätzen sowie gastronomischen Einrichtungen für die Bevölkerung an der Südseite des Karl-Marx-Platzes
- ein Komplex für Hörsäle, Seminarräume, Mensa sowie Handelseinrichtungen entlang der Universitätsstraße und Grimmaischen Straße
Modellbau:
Modellbaubetrieb Kreiseler, Leipzig;
Leitung: Baumeister Fritz Kreiseler, Architekt
Schaubild und grafische Bearbeitung:
Dipl.-Ing. Hans-Dietrich Wellner, Architekt BDA, Büro des Chefarchitekten der Stadt Leipzig
Maler Werner Mohr, VBKD
Die Sonderbeilage der LVZ wird veröffentlicht unter der Lizenz-Nr. 607 des Presseamtes beim Vorsitzenden des Ministerrates der DDR
Leipzig Karl-Marx-Platz (Lageplan)
1 Hauptgebäude mit Rektorat und EDV-Anlage
2 Hochhausdominante mit Sektionen und Bibliothek
3 Auditorium Maximum mit 1200 Plätzen
4 Hörsaalkomplex
5 Seminargebäude
6 Mensa
7 Moritzbastei

30. Mai 1968

Zerstörung der Universitätskirche St. Pauli durch Sprengung





Antworten:


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