Stiftung „Universitätskirche St. Pauli zu Leipzig“
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Stiftung „Universitätskirche St. Pauli zu Leipzig“ c/o Prof. Dr. Martin Oldiges August-Bebel-Str. 31 04275 Leipzig Telefon: 0341/2119233 E-Mail: info@stiftung-universitaetskirche.de www.stiftung-universitaetskirche.de Vorstandsvorsitzender: * Prof. Dr. Martin Oldiges Stellvertretender Vorstandsvorsitzender: * Superintendent Martin Henker Kuratoriumsvorsitzender: * Jost Brüggenwirth |
Sehr geehrte Damen und Herren!
Die Stiftung „Universitätskirche St. Pauli zu Leipzig“ lädt zu einer Feierstunde am 29. Mai um 15 Uhr in der Alten Handelsbörse zu Leipzig ein. In dieser Feierstunde erhält der Oberbürgermeister der Stadt Leipzig, Burkhard Jung, aus der Hand des Vorstandsvorsitzenden der Stiftung als Dank für die Beteiligung der Stadt an der Finanzierung der sogenannten Schwalbennest-Orgel im Chorraum der auch als Aula wiedererstehenden Universitätskirche St. Pauli ein Exemplar der Paulus-Medaille. Diese ist von der Stiftung als limitierte und einzelnummerierte Auflage nach einem Fund in der alten Universitätskirche im Jahre 1643 nachgeprägt worden. Mit einer solchen Medaille ehrt die Stiftung alle Zustifter und Spender ab einer Zuwendung von jeweils 500 € oder mehr.
Nach dem gemeinsamen Willen des Freistaates Sachsens, der Universität Leipzig, der Universitätsgemeinde und auch der Stiftung „Universitätskirche St. Pauli zu Leipzig“ soll in der Aula und Kirche am Leipziger Augustusplatz neben der Hauptorgel auf der Westempore nach historischem Vorbild eine weitere, kleinere Orgel im Chorraum - die sogenannte Schwalbennest-Orgel - errichtet werden. Die Stadt Leipzig und der Freistaat Sachsen finanzieren den Bau der Orgel mit jeweils 100.000 €; die noch verbleibende Finanzierungslücke in Höhe von 50.000 € ist jüngst von der Stiftung geschlossen worden. Es ist nun Sache der Universität Leipzig, das Ausschreibungsverfahren für den Orgelbau in die Wege zu leiten.
Die Stiftung begeht am 29. Mai zugleich auch den zweiten Jahrestag ihrer Gründung. Neben der Stadt Leipzig ehrt sie in der Feierstunde auch weitere Zustifter und Spender, die seit der letzten Medaillenverleihung beim Universitätsgottesdienst im Rohbau der neuen Kirche am 2. Advent des vergangenen Jahres hinzugekommen sind. Kleinere Vorträge über die Bedeutung des Apostels Paulus in der Geschichte der alten Universitätskirche und über das Konzept der neuen Orgel und ihrer Renaissancestimmung sowie eine musikalisch Umrahmung werden die Feierstunde ergänzen.
Die Veranstaltung ist öffentlich; der Eintritt ist frei. An die Vertreter der Presse erfolgt die gesonderte Bitte, an prominenter Stelle eine Vorankündigung dieser Veranstaltung zu veröffentlichen.
Mehr Informationen zur Stiftung finden Sie auf unserer Homepage www.stiftung-universitaetskirche.de. Eine Liste aller neu mit der Paulus-Medaille ausgezeichneten Förderer der Stiftung finden Sie HIER.
Wir machen gleichzeitig auch darauf aufmerksam, dass am Folgetag, dem 30. Mai 2010, um 11.15 Uhr im Innenhof der Universität an der Westfassade der neuen Universitätskirche ein Gedenkgottesdienst der Universitätsgemeinde zum 42. Jahrestag der Sprengung der alten Universitätskirche St. Pauli stattfinden wird. Die Predigt wird vom Ersten Universitätsprediger, Professor Dr. Rüdiger Lux, gehalten werden. Auch hierzu erfolgt die herzliche Einladung.
Für die Stiftung
| Professor Dr. Martin Oldiges | Jost Brüggenwirth |
| Vorsitzender des Vorstandes | Vorsitzender des Kuratoriums |
Sehr geehrte Damen und Herren!
Auf der Homepage der Stiftung Universitätskirche St. Pauli zu Leipzig können Sie ab sofort unter
www.stiftung-universitaetskirche.de/veranstaltungen__termine.html
auch Hinweise zu den bis Jahresende 2009 in der Universitätskirche St. Pauli erstmals stattfindenden, öffentlichen Veranstaltungen abrufen.
Bitte beachten Sie: Zur Teilnahme an diesen Veranstaltungen sind Einlasskarten erforderlich, die aufgrund der beschränkten Platzzahl bereits jetzt reserviert werden sollten. Die entsprechenden Bestellinformationen finden Sie ebenfalls im neuen Veranstaltungskalender.
Wir freuen uns, wenn Sie Ihre Verbundenheit mit diesem bedeutungsreichen und symbolträchtigen Ort durch eine möglichst zahlreiche Teilnahme an diesen Veranstaltungen bekunden. Bitte leiten Sie diese Informationen an interessierte Dritte weiter. Vielen Dank!
Mit freundlichen Grüßen
Dipl.-Kfm. Jost Brüggenwirth
Kuratoriumsvorsitzender
der Stiftung „Universitätskirche St. Pauli zu Leipzig“
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Sehr geehrte Damen und Herren!
Aufgrund der mit heutiger Pressemitteilung der Universität Leipzig bekannt gewordenen Veranstaltungsänderungen zur Festwoche des 600. Universitätsjubiläums ist die kurzfristige Überarbeitung des Veranstaltungskalenders auf der Homepage der Stiftung „Universitätskirche St. Pauli zu Leipzig“ notwendig geworden. Bitte achten Sie auf die wichtigen Änderungshinweise zu den Anfang Dezember stattfindenden Veranstaltungen unter
www.stiftung-universitaetskirche.de/veranstaltungen__termine.html.
Die Absage des Jubiläumsballes in der Universitätskirche St. Pauli ist zu begrüßen. Wenn die Jubiläumsfeierlichkeiten nach jetzigem Stand der Dinge nun zusätzlich auch ohne einen Universitätsgottesdienst am historischen Ort der Universitätskirche St. Pauli begangen werden sollten, wäre dies angesichts ihrer jahrhundertealten, besonderen Bedeutung als geistiges und geistliches Zentrum der Universität und der Stadt Leipzig ein schmerzlicher, unwiederbringlicher Verlust. Dies gilt gleichfalls für die Absage bedeutender, kirchenmusikalischer Konzertveranstaltungen im Rahmen der VIII. Leipziger Universitätsmusiktage.
Es liegt jetzt in der Hand des Freistaates Sachsen, als Bauherr nach entsprechender Abstimmung mit der Evangelisch-Lutherischen Landeskirche und der Universitätsgemeinde noch die Voraussetzungen für die Durchführung zumindest eines ersten Universitätsgottesdienstes in der neuen Universitätskirche St. Pauli bis zum Ende des 600. Jubiläumsjahres der Universität Leipzig zu schaffen.
Mit freundlichen Grüßen
Dipl.-Kfm. Jost Brüggenwirth
Kuratoriumsvorsitzender
der Stiftung „Universitätskirche St. Pauli zu Leipzig“
Quelle: Leipziger Volkszeitung vom 30. Mai 2008 (Lokales - Seite 18)
© Leipziger Volkszeitung
„So sieht sie aus“, sagt Superintendent Martin Henker und hält stolz dem Publikum in der Thomaskirche die neue Paulus-Medaille entgegen. Es ist das erste Mal, dass diese Auszeichnung der Stiftung Universitätskirche St. Pauli zu Leipzig vergeben wird. Letztere hatte sich im vergangenen Jahr am Vortag des 40. Jahrestages der Unikirchen-Sprengung gegründet. Genau ein Jahr später nun gibt es die zweite Premiere: Die Paulinum-Medaille Nummer eins wird vergeben. Empfänger ist der Erste Universitätsprediger der Universitätsgemeinde, Martin Petzoldt. „Wir sehen darin ein Zeichen der Kontinuität zwischen dem alten und dem neuen, genialen Gotteshaus“, so der Superintendent.
Ziel der Stiftung sei es, die Universitätskirche als geistig-geistliches Zentrum wieder aufleben zu lassen, sagt Henker, Vize-Vorsitzender der Stiftung. „Wir wollen dazu beitragen, dass im neuen Aula-Kirche-Bau gleichermaßen akademische Veranstaltungen wie Gottesdienste stattfinden.“
Die Medaillen (250 Stück wurden ge-prägt) gehen an Spender und Stifter. Wer mindestens 500 Euro gibt, erhält die Ehrenplakette. Henker: „Es war uns aber wichtig, dass das erste Exemplar nicht bei demjenigen steht, der das meiste Geld gibt, sondern dass die Medaille wieder dorthin gelangt, wo man das Original einst fand.“
Anfang des 16. Jahrhunderts wurde in einer unbekannten römischen Werkstatt das Original der abgebildeten Bildnismedaille des Apostels Paulus hergestellt. Dominikanermönche brachten die Medaille vermutlich von Italien nach Leipzig. Nach dem derzeitigen Stand der Forschung wurde sie im Jahr 1519 bei Umbauarbeiten in den Grund der Kirche eingebracht. 1643 mussten aufgrund der Zerstörungen des Dreißigjährigen Krieges die Festungsbauten der Stadtmauer vor dem Chorraum der Kirche erneuert werden, weswegen der Chorraum verkürzt wurde. Bei dieser Gelegenheit hoben Bauleute den Grundstein und fanden die Medaille. „Wir wünschen uns, dass die Universitätsgemeinde sie wieder in den Altargrund einbringt, wenn er fertig ist“, sagt Henker. Petzoldt stellt bei seiner Dankesrede vor allem einen Mann heraus, der längst das Zeitliche gesegnet hat: Magister Johann Jakob Vogel (1660–1729). Der berichtete in seinem „Leipzigischen Chronicon“ über den Medaillenfund. „Vogel brachte uns erst auf die Spur“, so Petzoldt. Jost Brüggenwirth, Vorsitzender des Kuratoriums: „Die Geschichte der Unikirche war 1968 zu Ende, sie geht 2009 weiter. Ich hoffe, dass sich in einem Jahr Vertreter der Staatsregierung und des Rektorats in die Reihe der Medaillenträger einreihen.“
Einladung zur Feierstunde der Stiftung „Universitätskirche St. Pauli zu Leipzig“
Die Stiftung „Universitätskirche St. Pauli zu Leipzig“ lädt herzlich ein zur feierlichen
Überreichung der Paulus-Medaille der Stiftung an die Universitätsgemeinde und an die
Gründungsstifter
Im Anschluss hieran soll eine Pressekonferenz stattfinden.
Lesen Sie die Einladung!
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Lesen Sie die Presseerklärung!
"Der Stiftung „Universitätskirche St. Pauli zu Leipzig“ ist von der
Landesdirektion Leipzig auf Grundlage des am 29.05.2008 erfolgten
Stiftungsgeschäftes die Anerkennungsurkunde ausgestellt und übergeben
worden. Die selbständige Stiftung bürgerlichen Rechts mit Sitz in Leipzig hat
damit Rechtsfähigkeit erlangt und ist handlungsfähig geworden. Vom zuständigen
Finanzamt in Leipzig wurde sie gemäß vorläufigem Freistellungsbescheid als
gemeinnützig anerkannt. Die Privatpersonen Dr. Klaus Knödel, Roger Wolf,
Günter Neubert und Jost Brüggenwirth, sowie Professor Dr. Martin Petzoldt als
1. Universitätsprediger der Universitätsgemeinde und der Paulinerverein e.V.
statten die Stiftung mit dem anfänglichen Grundstockvermögen aus.
..."
Lesen Sie die Presseinformation der Stiftung.
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Landesdirektion Leipzig erkennt die Rechtsfähigkeit der Stiftung „Universitätskirche St. Pauli zu Leipzig“ an
Presseinformation - 153/2008
Die Landesdirektion hat jetzt die Stiftung „Universitätskirche St. Pauli zu Leipzig“ anerkannt. Mit der Bekanntgabe dieser Anerkennung ist die Stiftung als rechtsfähige Stiftung des bürgerlichen Rechts entstanden.
„Das Engagement und den konkreten Beitrag der Stifter Dr. Klaus Knödel, Jost Brüggenwirth, Roger Wolf, Günter Neubert, Prof. Dr. Martin Petzoldt als Erster Universitätsprediger sowie der Bürgerinitiative zum Wiederaufbau von Universitätskirche & Augusteum in Leipzig e.V., die Universitätskirche weitestgehend orientiert am zerstörten Vorbild wiederaufleben zu lassen und den Leipziger Bürgern und der interessierten Öffentlichkeit als Ort für Begegnungen und Erinnerungen zur Verfügung zu stellen, erachte ich für die Stadt Leipzig und unsere Region für außerordentlich bedeutsam und hoch zu würdigen“, so der Präsident der Landesdirektion Walter Christian Steinbach aus Anlass der Anerkennung der Stiftung.
Besonderes Anliegen der Stiftung ist es, dafür Sorge zu tragen, dass die Universitätskirche als Wahrzeichen von Toleranz, Achtung und Versöhnung sowie gegen Willkür und Gewalt fungieren kann. Hierzu will die Stiftung Maßnahmen initiieren bzw. unterstützen, die der Schaffung und Nutzung dieser Stätte mit Symbolcharakter dienen, wie z.B. die Gestaltung des Innenraumes und die Restaurierung und Präsentation der geretteten Kunstgegenstände.
Ein erstes Projekt der Stiftung stellt die Unterstützung des Kirchengottesdienstes dar.
Stefan Barton
Pressesprecher
Leipzig, im November 2008
Quelle: http://www.lvz.de/aktuell/content/63799.html
© LVZ-Online vom: Freitag, 30. Mai 2008
Leipzig. Einen Tag vor dem 40. Jahrestag der Sprengung des Gotteshauses ist am Donnerstag in Leipzig die "Stiftung Universitätskirche St. Pauli" gegründet worden. Sie will Geld sammeln und aus dem Neubau ein "geistiges und geistliches Zentrum" machen, sagte der designierte Vorstand der Stiftung, Prof. Martin Oldiges. An ihr sind auch Privatpersonen und eine Bürgerinitiative beteiligt.
Die Stiftung wolle gegenüber dem Bauherrn dafür eintreten, dass das Raumkonzept für das Paulinum überarbeitet wird. "Wir wollen keine Trennung von Aula- und Altarraum durch eine Glaswand", sagte der Universitätsprediger und einer der Stifter, Prof. Martin Petzold. Kritik kam von der Universität. "Der Zweck der Stiftung ist mir nicht plausibel", sagte der Rektor der Universität, Franz Häuser, der "Leipziger Volkszeitung". Die Kirche am Augustusplatz gehörte zur Universität. Sie war der DDR-Führung ein Dorn im Auge und wurde am 30. Mai 1968 gesprengt. Zum 600. Jubiläum der Uni 2009 entsteht nach langen Diskussionen um einen möglichen Wiederaufbau anstelle der Kirche das Paulinum als ein modernes geistig-geistliches Zentrum mit Aula und Andachtsraum.
Quelle: Leipziger Volkszeitung vom 29. Mai 2008 (Lokales - Seite 19)
© Leipziger Volkszeitung
Rektor Häuser: „Zweck ist mir nicht plausibel“
Heute wird die Stiftung „Universitätskirche St. Pauli zu Leipzig“ gegründet. Wie bereits berichtet handelt es sich um eine Initiative von fünf Gründungsstiftern (unter anderen der Paulinerverein), denen Geschichte und Zukunft der am 30. Mai 1968 vernichteten Universitätskirche am Herzen liegt.
Laut Martin Oldiges, dem designierten Vorsitzenden des Stiftungsrates, sollen mit der Stiftung am Ort der gesprengten Universitätskirche eine Stätte von besonderem Symbolcharakter gefördert sowie wissenschaftliche, kulturelle und kirchliche Zwecke verfolgt werden. Das Eintreten für die Wiedergewinnung einer Universitätskirche stehe nicht im Gegensatz zu deren vorgesehener Funktion auch als Aula. Zu Schwerpunkten gehört die Überarbeitung des bisherigen Raumkonzepts, das eine Trennung von Aula und Andachtsraum mittels einer Glaswand vorsieht. Die Stiftung sei bereit, sich an der Errichtung von technischen Anlagen zur Klimatisierung eines ungeteilten Kirchen- und Aularaumes zu beteiligen. Ebenso wolle sie sich für die Restaurierung und Aufstellung der 1968 geretteten Kanzel einsetzen.
„Ziemlich erstaunt“, um es positiv auszudrücken, vernahm Universitätsrektor Franz Häuser die Stiftungsinitiative. Er sagte gegenüber dieser Zeitung: „Der Zweck der Stiftung ist für mich nicht plausibel, schließlich gibt es seit Anfang der 1990-er Jahre den Verein der Freunde und Förderer der Universität. Dazu eine Art Konkurrenz aufzubauen, ist nicht zu verstehen. Gerade mit Blick auf das große Jubiläum unserer 600-Jahrfeier müssten doch die Kräfte gebündelt werden.“ Auch sei es wohl mit dem Stiftungskapital von 25 000 Euro kaum möglich, großartige Dinge zu fördern.
Häusers Verstimmung ist durchaus nachvollziehbar, gehören doch zu den Stiftungsgründern und zu bestellten Vorstandsmitgliedern nicht nur Uni-Wissenschaftler in Rente, sondern auch in Diensten stehende Universitätsangehörige. Bleibt die Frage: Ist so eine Initiative am Arbeitgeber vorbei legitim?
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Quelle: http://mephisto976.uni-leipzig.de/sendungen/direkt/beitrag/artikel/-27ba471508.html
© mephisto976 - Donnerstag, 29. Mai 2008, 18:37 Uhr
Wenn Sie in den vergangenen Tagen am Augustusplatz vorbeigegangen sind, haben sie bestimmt bemerkt, dass der Universitäts-Neubau endlich Gestalt annimmt. Insbesondere das Paulinum wirkt schon jetzt sehr majestätisch. Und es wird weiter wachsen. Noch mal gut die Hälfte kommt oben drauf - und mit jedem neuen Stein scheint die Diskussion um die Gestaltung des Innenraums und den Namen für das Gebäude heftiger zu werden. Glaswand - ja oder nein. Universitätskirche St. Pauli oder Paulinum. Die bisherigen Zankhähne sind die Unileitung und der Paulinerverein. Jetzt scheint ein neuer Akteur in den Ring getreten zu sein. Die Stiftung „Universitätskirche St. Pauli zu Leipzig“ hat sich nämlich heute in einem feierlichen Akt gegründet. Welche Ziele die Stiftung hat und was der Rektor der Universität dazu sagt, berichtet Sina Fröhndrich.
„Die Welt ist wie ein grauer Schatten“ spielt das dreiköpfige Ensemble vor dem Altar in der Thomaskirche. Festakt für eine Stiftungsgründung heute Mittag. Die Stiftung will den Schatten, der durch die monatelange Diskussion über dem Paulinum liegt, beiseite schieben. Sie will Helfer bei der Namensfrage und der zukünftigen Nutzung des Gebäudes sein. Die Standpunkte der Stifter stehen schon fest: Das Gebäude soll keine Glaswand bekommen und als Aula und Kirche zugleich funktionieren. Der Name: „Universitätskirche St. Pauli“ – so wie der Name der Stiftung. Alles andere, als das was die Universitätsleitung derzeit vertritt. Initiator und selbst Professor an der Universität Martin Oldiges wehrt eine Gegenposition aber ab.
"Wenn ich sage, wir stellen uns nicht gegen die Uni, meine ich, dass wir keine neue Front schaffen wollen. Dass wir teilweise anderer Meinung sind ist offenkundig, aberdas darf man uns auch nicht absprechen."
Das Startkapital für die Pläne der Stiftung ist eher dürftig. 25.000 Euro haben die sechs Stifter zusammen aufgebracht, darunter unter anderem Klaus Knödel, Ulrich Stötzner vom Paulinerverein und Martin Petzoldt von der Theologischen Fakultät. Von dem Kapital dürfen sie nach geltendem Recht allerdings nur die Zinsen nutzen. Das Geld bieten sie der Universität an. Etwa, wenn es doch keine Glaswand geben sollte und dann eine Klimaanlage gebraucht wird. Der Rektor der Universität Franz Häuser schüttelt darüber den Kopf.
"Das ist typisch, weil überhaupt keine Vorstellung über die Kosten bestehen - es geht nicht nur um die Klimaanlage, sondern auch um die Betreibung. Gutmenschen äußern sich ohne eine Ahnung von dem Gegenstand zu haben."
Das Treffen vor einer Woche zwischen Häuser und Oldiges verlief angespannt. Häuser wusste schon vor dem Gespräch von der Stiftung, über einen Presseverteiler wie er sagt. Der Sinn der Stiftung sei ihm fern, immerhin gebe es bereits einen Verein aus Förderern, der sich um die Belange der Uni kümmert. Oldiges ist selbst Vereinsmitglied, doch das genügt ihm und seinen Mitstiftern nicht. Zu denen gehört auch Theologieprofessor Martin Petzoldt. Er ist Mitglied in mehreren Komissionen der Uni. Mitreden konnte er bei den Uniplänen dennoch nicht, sagt er.
"Ich beanspruche, dass solche Dinge mit den betroffenen, und das ist der Universitätsgottesdienst, besprochen werden."
Rektor Häuser wehrt die Kritik Petzoldts ab. Es gebe demokratische Strukturen an der Universität.
"Herr Petzold ist in sämtlichen Gremien. Dort herrscht Demokratie, das bestätigt meinen Eindruck, dass man von außen versucht auf die Universität Einfluss zu nehmen. Inwieweit das mit den Dienstpflichten eines beamteten Professors vereinbar ist, darüber wird man Überlegungen anstellen müssen."
Petzoldt hingegen sieht sich auch mit der neuen Stiftung nicht als außenstehend.
„Ich fühle mich nicht außerhalb. Wir sind mit im Boot.“
Im Boot oder nicht. Die neue Stiftung hat der Diskussion um das Paulinum wieder neuen Anschub gegeben.
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Lesen Sie den offenen Brief von Pfarrer Christian Wolff an den Rektor der Universität Leipzig - Prof. Dr. Franz Häuser.
Quelle: Leipziger Volkszeitung vom 22. Mai 2008 (Lokales - Seite 17)
© Leipziger Volkszeitung
Kurz vor dem 40. Jahrestag der Sprengung der Paulinerkirche wird die Stiftung „Universitätskirche St. Pauli zu Leipzig“ gegründet. Dabei handelt es sich um eine Initiative von fünf Gründungsstiftern, denen Geschichte und Zukunft der am 30. Mai 1968 vernichteten Universitätskirche am Herzen liegen. Vier Privatpersonen, unter ihnen der 1. Universitätsprediger Martin Petzoldt, sowie der Paulinerverein statten die Stiftung mit einem Grundstockvermögen von 25 000 Euro aus.
Laut Martin Oldiges, Mitglied des Initiativkreises der Stiftung, sollen mit der Stiftung am Ort der gesprengten Universitätskirche eine Stätte von besonderem Symbolcharakter gefördert und wissenschaftliche, kulturelle und kirchliche Zwecke verfolgt werden. Das Eintreten für die Wiedergewinnung einer Universitätskirche stehe dabei ausdrücklich nicht im Gegensatz zu deren vorgesehener Funktion auch als Aula.
Zu den ersten Stiftungs-Schwerpunkten gehört die Überarbeitung des bisherigen Raumkonzepts, das eine Trennung von Aula und Andachtsraum mittels einer Glaswand vorsieht. Die Stiftung sei bereit, sich an der Errichtung von technischen Anlagen zur Klimatisierung eines ungeteilten Kirchen- und Aularaumes zu beteiligen. Ebenso wolle sie sich für die Restaurierung und Aufstellung der 1968 geretteten Kanzel einsetzen. Sie soll nach Auffassung der Stiftung an der ersten Säule des Kirchenschiffs im neuen Bau des Uni-Campus angebracht werden. Ohne dieses Kanzel wäre eine würdige Erinnerung nicht vorstellbar. Die Stiftung unterstützt damit ausdrücklich das Anliegen der Evangelisch-Lutherischen Landeskirche und will zudem Initiativen fördern, damit der Neubau am Augustusplatz den Namen „Universitätskirche St. Pauli“ erhalten kann.
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