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© LVZ-Online, 23.02.2009, 23:54 Uhr

Festakt zu Jenas Uni-Jubiläum - Rektor erinnert an wechselvolle Geschichte

Jena. Zum 450. Jubiläum der Universität Jena ist an die wechselvolle Geschichte der Hochschule erinnert worden. „Als Gründung der Reformation hat die Universität Jena Zeiten krudester Orthodoxie, schrecklicher Versündigung aus politischer Opportunität und auch eines aggressiv gelehrten Atheismus überstehen müssen“, sagte Rektor Klaus Dicke bei einem Festakt am Donnerstag. Zugleich verwies er auf den Kooperationsgeist zwischen Wissenschaft und Wirtschaft und die internationale Ausrichtung der Hochschule. Ministerpräsident Dieter Althaus (CDU) würdigte die Universität als „geistig-kulturelles Zentrum Thüringens“, das weit hinaus nach Europa strahle. Sie habe erfolgreich den Übergang ins 21. Jahrhundert geschafft.

Die Friedrich-Schiller-Universität stehe vor allem wegen ihrer wissenschaftlichen Leistungsfähigkeit auf dem Sprung in die Spitzengruppe der europäischen Universitäten, sagte Althaus. Zugleich verwies er auf die vielen außeruniversitären und wirtschaftsnahen Forschungsstätten in Jena und versprach, den Ausbau von Hochschulen und Forschung im Freistaat voranzutreiben. Mit mehr als 20 000 Studenten ist die Universität Jena die größte Hochschule Thüringens.

Der langjährige Präsident des Deutschen Akademischen Austauschdienstes, Theodor Berchem, verwies auf die große Bedeutung Jenas für die deutsche Geistes- und Wissenschaftsgeschichte um die Wende des 18. und 19. Jahrhunderts. „Hier wurden die grundlegenden Ideen geboren, hier sprühte der Geist genialer Köpfe, von deren Visionen wir bis heute nicht loskommen.“ Seit der Wiedervereinigung habe die Universität wieder einen „hervorragenden Platz im Orchester bundesdeutscher Universitäten erreicht“. Dabei berief er sich auf die Ergebnisse verschiedener Studien.

Dem Festakt war ein Umzug durch die Innenstadt vorausgegangen, der von Protesten begleitet wurde. Mehrere Studenten demonstrierten mit einem schwarzen Plakat und Handzetteln gegen Studiengebühren und für ein stärkeres Mitspracherecht von Studenten. Rektor Dicke wurde auch mit einem Stück Torte beworfen. „Es scheint das Privileg der Rektoren zu sein, den Kuchen noch vor dem Geburtstag essen zu dürfen“, kommentierte er später die Torten-Attacke. Dessen ungeachtet zogen zahlreiche Rektoren und Präsidenten von Partneruniversitäten aus aller Welt sowie Universitätsrat und Senat vom Hauptgebäude der Universität zum Volkshaus.

Die „Hohe Schule“ in Jena erhielt 1557 das kaiserliche Universitätsprivileg. Daraufhin wurde die Universität am 2. Februar 1558 feierlich eröffnet. Die als Salana (Saale-Universität) bekannte Hochschule wurde 1934 in Friedrich-Schiller-Universität umbenannt. Nach der Wiedervereinigung expandierte sie: 1990 hatte sie etwa 5000 Studenten, inzwischen sind es mehr als 20 000. Das 450-jährige Bestehen wird in diesem Jahr mit zahlreichen Veranstaltungen gefeiert. Parallel zu dem Jubiläum trägt Jena in diesem Jahr den Titel „Stadt der Wissenschaft 2008“.

dpa

 

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